Home » Ägypten » IGFM: Verurteilung der erneuten Angriffe auf Kopten

RSS Stefan Oster SDB

  • Herzenswesen VII: Zwischen Ideal und gelebter Realität – Konkrete Fragen zur Sexualität
    Am vergangenen Sonntag haben wir unter dem Stichwort „Herzenswesen“ noch einmal das Thema Sexualität behandelt – mit seinen vielen Spannungen zwischen Ideal und Wirklichkeit – und ganz konkreten Fragen dazu. Vielleicht merkt Ihr beim Zuhören, wie ich vor allem mit ... Der Beitrag Herzenswesen VII: Zwischen Ideal und gelebter Realität – Konkrete Fragen zur Sexualität […]
  • Unser Lob Gottes führt in die Wirklichkeit Gottes – und die verändert mich!
    Predigt zum Studientag für Neuevangelisierung: „Zum Lob Gottes berufen“ am Samstag, 9.Februar im Haus SpectrumKirche – Hier der Link zum Nachhören oder Downloaden. Der Beitrag Unser Lob Gottes führt in die Wirklichkeit Gottes – und die verändert mich! erschien zuerst auf Stefan Oster SDB.

Muslime verlangen nach Jesus

Wähle Themenbereich

Gegen den Zeitgeist in der Kirche

IGFM: Verurteilung der erneuten Angriffe auf Kopten

Print Friendly, PDF & Email

Kairo/Frankfurt am Main. Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, bereitet der Menschenrechtsausschuss des islamistisch dominierten ägyptischen Parlaments einen Bericht und eine Stellungsnahme zur Vertreibung der acht koptischen Familien aus dem Dorf Sharbat nahe Alexandria vor. Das Ergebnis der Untersuchungen wird auch als Vorzeichen dafür gesehen, wie das Parlament in Zukunft mit Streitigkeiten zwischen den Religionsgemeinschaften umgehen wird.

Nach Angaben der IGFM eskalierte Ende Januar im Dorf Sharbat ein Streit aufgrund von Gerüchten über eine angebliche sexuelle Beziehung zwischen einem Christen und einer Muslimin. Es gab zahlreiche Angriffe auf koptische Häuser und Geschäfte durch muslimische Dorfbewohner. Die Sicherheit der Kopten im Dorf konnte nach Angaben der örtlichen Polizei nicht mehr garantiert werden. Daraufhin trat ein Ältestenrat in Anwesenheit der Polizei zusammen und beschloss, dass die koptischen Familien aus ihrer ägyptischen Heimat auszuweisen seien und ihr Besitz verkauft werden müsste.

Bereits am 7. Februar stellte Dr. Emad Gad, koptisches Mitglied des ägyptischen Parlaments, einen dringenden Antrag an den Sprecher des ägyptischen Parlaments Saad al-Katatny, den Vorfall zu untersuchen. Obwohl 22 liberale Mitglieder des Parlaments den Antrag unterzeichnet hatten, wurde er von al-Katatny, der der Freiheits- und Gerechtigkeitspartei der Muslimbrüder angehört, zunächst ignoriert. Schließlich wurde diese Woche ein dem Menschenrechtsausschuss des ägyptischen Parlaments angehöriger Untersuchungsausschuss gegründet. Nach Aussage von Dr. Gad werde sich al-Katatny an die Empfehlungen des Untersuchungsausschusses halten.

IGFM: Erneute Angriffe schüren Zukunftsängste der Kopten. Obwohl Angehörige der Freiheits- und Gerechtigkeitspartei immer wieder beteuern, dass ihr Glaube und die ägyptische Verfassung sie dazu zwingen, die Rechte der Kopten zu wahren, schüren die verstärkten Angriffe auf deren Kirchen und Häuser die Zukunftsängste der größten religiösen Minderheit Ägyptens. Nach Angabe der IGFM wurde gestern die Kirche von St. Mary und St. Abram in Meet Bashar in der Provinz Sharqia von radikalen Salafisten angegriffen, die das Pfarrhaus, mehrere Häuser und Autos in Brand steckten. Auslöser der Unruhen war das Verschwinden von Rania Khalil, einer 14jährigen Koptin, deren Vater zum Islam übergetreten war und für sie angeblich eine Hochzeit mit einem muslimischen Mann arrangiert hatte.

Die IGFM verurteilt die erneuten Angriffe auf die koptische Minderheit und kritisiert das Vorgehen der ägyptischen Behörden scharf. „Streitigkeiten zwischen Religionsgemeinschaften werden in Ägypten oft durch informelle Vermittlungsgespräche und ohne rechtliche Grundlagen geregelt, mit dem Resultat, dass die Kopten benachteiligt werden“, so IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin. „Weder nach ägyptischem noch nach internationalem Recht ist es zulässig, Menschen aus ihrem Heimatort zu vertreiben. Die Entscheidung, die koptischen Familien auszusiedeln, verdeutlicht die Unfähigkeit der lokalen Behörden, für die Sicherheit der Dorfbewohner zu sorgen. Sie steht im eklatantem Widerspruch zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die in Artikel 13 das Recht auf Freizügigkeit und in Artikel 15 das Recht auf Staatsangehörigkeit garantiert“, so Lessenthin. >>>Weitere Informationen zur Menschenrechtslage in Ägypten
>>>Facebook-Seite der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte

Share

Leave a comment

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Papstbesuch in Arabien

RSS Arbeitskreis Religionsfreiheit weltweit

  • Iran: Erneut Konvertiten verhaftet 13. Januar 2019
    Frankfurt am Main. Als „Gefangene des Monats Januar“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea die iranischen Christen Behnam Ersali und Davood Rasooli benannt. Sie rufen dazu auf, sich für sie mit Hilfe von Appellen einzusetzen. Sechs Sicherheitskräfte in Zivil, die sich nicht auswiesen, nahmen Ersali am 16. November in […]
    Ernesto

Beistand für die Verfolgten

Asia Bibi ist endlich frei, aber…

RSS Vatican-News

  • USA: Erzdiözese Washington hofft auf Heilungsprozess 16. Februar 2019
    Die Erzdiözese Washington betet dafür, dass nach der Laisierung ihres ehemaligen Erzbischofs Theodor McCarrick der Heilungsprozess für die Überlebenden des Missbrauchs unterstützt wird. In einer kurzen Mitteilung äußert sich das Erzbistum an diesem Samstag zu dem Fall.
  • Faktencheck: Missbrauchsaufarbeitung in der katholischen Kirche 16. Februar 2019
    Die Kinderschutzkonferenz rückt immer näher: Vom 21. bis 24. Februar sollen sich die Vorsitzenden aller nationalen Bischofskonferenzen sowie Vertreter katholischer Orden über mögliche Wege aus der Missbrauchskrise austauschen. Doch was ist bisher passiert? Hier einige Fakten zur Missbrauchsaufarbeitung in der katholischen Kirche!