Home » Verfolgte Christen

Category Archives: Verfolgte Christen

Zum dritten Mal auf der Flucht…

RSS Stefan Oster SDB

  • Wo es den guten Honig gibt ….
    Predigt über die gute Predigt und die Tat der Liebe zur Diakonenweihe von Florian Schwarz und Matthias Zellner am Gedenktag des Hl. Ambrosius in Altötting. Hier zum Nachhören oder Downloaden: Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von ... Der Beitrag Wo es den guten Honig gibt …. erschien zuerst auf Stefan Oster […]
  • Die Bibel – wie der Brief eines guten Freundes
    Unten der Link zu meinem Hirtenbrief zum Ersten Adventssonntag 2019. Zusätzlich zum Hirtenbrief wurde in den Gottesdiensten des Bistums am Ende auch mein gemeinsames Grußwort zum Synodalen Weg verlesen, das ich mit dem Diözesanratsvorsitzenden Markus Biber verfasst habe: „Grußwort des Bischofs ... Der Beitrag Die Bibel – wie der Brief eines guten Freundes erschien zuerst auf […]

Irak: Weiter Gefahr für Christen

Muslime verlangen nach Jesus

Wähle Themenbereich

Gegen den Zeitgeist in der Kirche

Weitere Anschläge…

Print Friendly, PDF & Email
Share

Erneut Christen im Visier…

Print Friendly, PDF & Email
Share

Sonntag der Weltmission – Gebet für verfolgte Christen

Print Friendly, PDF & Email

VS-Villingen: Die Kirche begeht heute den Weltmissionssonntag. Mission war schon in der jungen Kirche immer mit Verfolgung verbunden. Jesus sagte: Wie sie mich verfolgen, werden sie auch euch verfolgen. Die Heilig Kreuz-Pfarrei nimmt bereits früher am weltweiten Gebetstag für die verfolgte Kirche teil, der allgemein am 11. November stattfindet. In diesem Jahr stehen der zentralasiatische Staat Turkmenistan und der Iran im Blickpunkt.

Turkmenistan gilt als eines der restriktivsten Länder der Welt. Es besteht keinerlei Informations- oder Pressefreiheit. 2016 wurde ein neues Religionsgesetz verabschiedet, das das kirchliche Leben von Christen noch strenger einschränkt.

Die Russisch-Orthodoxe Kirche hat sich mit den Einschränkungen der Regierung arrangiert und wird daher nur wenig gestört. Christen mit muslimischer Herkunft tragen die Hauptlast der Verfolgung in Turkmenistan. Außer vom Staat werden sie auch von ihren eigenen Familien, Freunden und ihrem sozialen Umfeld stark unter Druck gesetzt.

Christen aus protestantischen Freikirchen werden am zweitstärksten verfolgt, besonders, wenn diese nicht registriert sind. Dazu zählen Baptisten, evangelikale Christen und Pfingstgemeinden. Razzien, Bedrohungen, Verhaftungen und Geldstrafen sind an der Tagesordnung.

Auch im Iran tragen ehemalige Muslime, die den christlichen Glauben angenommen haben, die Hauptlast der Verfolgung, insbesondere durch die Regierung. Die Hardliner der iranischen Führung stehen dem Christentum sehr feindlich gegenüber. Der sogenannte Abfall vom Islam gilt als todeswürdiges Verbrechen. Die traditionellen Gemeinschaften armenischer und assyrischer Christen werden von der Regierung als das „wahre und traditionelle Christentum“ dargestellt. Im Gegensatz zu diesen traditionellen Kirchen wird die Bildung von Gemeinden konvertierter Christen als ein Versuch westlicher Länder angesehen, den Islam und die islamische Regierung des Iran zu untergraben.

Die Taufe wird als Angriff auf den Islam betrachtet und ist daher verboten. Außerdem werden die meisten Kinder von Christen muslimischer Herkunft automatisch als Muslime registriert. Gemeindeleiter werden verhaftet, vor Gericht gestellt und wegen „Verbrechen gegen die nationale Sicherheit“ zu langen Haftstrafen verurteilt.

Aktuell wurden vier Gemeindeleiter zu jeweils 10 Jahren Haft verurteilt, einschließlich 80 Peitschenhiebe für zwei von ihnen mit anschließender Verbannung. Hierzu konnten sich die Gottesdienstteilnehmer in die Unterschriftsliste im Vorraum der Kirche eintragen.

Die Unterschriften gehen an die iranische Regierung und Kopien davon ins Gefängnis. Die Unterschriftsaktion wird fortgesetzt – dazu können Sie an dieser Stelle das Unterschriftsformular >>>herunterladen und ausdrucken. Die Unterschriftssammlung wird dann an die im Formular genannte Adresse gesandt; dabei müssen die Listen nicht komplett ausgefüllt sein.

Herzlichen Dank für die Unterstützung!

Share

Religionsfreiheit weltweit bedroht

Print Friendly, PDF & Email

Im Ökumenischen Bericht zur Religionsfreiheit von Christen weltweit 2017, herausgegeben vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz und vom Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland, wird das Recht zum Glaubenswechsel als unverzichtbarer Bestandteil der Religionsfreiheit hervorgehoben. Welche Konsequenz eine Konversion oft hat, wird am Beispiel des 37jährigen Tunesiers Tarek deutlich. Er selbst sagt: „Drei Jahre habe ich im Verborgenen die Bibel gelesen und gebetet. Am christlichen Glauben ist mir die grenzenlose Nächstenliebe wichtig, die ich im Islam nicht fand. Dann erfuhr mein Vater davon und das Unglück nahm seinen Lauf. Ich wurde in der muslimischen Gemeinde beschimpft und nach Morddrohungen bin ich geflohen.“ Tarek hat in Deutschland einen Glaubenskurs belegt und sich in einer evangelischen Gemeinde taufen lassen. Eine Rückkehr nach Tunesien ist für ihn lebensgefährlich.
Warum verfolgten und bedrängten Christen helfen? Die Antwort lautet: „Ihnen schulden wir als Geschwister im Glauben unsere aktive Unterstützung. Mit ihnen sind wir durch Gottesdienst und gemeinsames Gebet verbunden.“ Beim praktischen Einsatz für Betroffene aus verschiedenen Ländern hat sich immer wieder auch die Kraft der Fürbitte gezeigt. Die Erfahrung zeigt, dass auch öffentliches Eintreten den Betroffenen helfen kann. So auch durch die Aktion „Gefangene des Monats“ der evangelischen Nachrichtenagentur idea und der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Für die monatlichen Gefangenen wird jeweils ein vorbereiteter Appellbrief bereitgestellt, der nur um Absender, Datum und Unterschrift zu ergänzen und an die jeweilige Botschaft in Berlin zu senden ist. Die Appellbriefe stehen im Vorraum der Heilig-Kreuz-Kirche zur Verfügung und können auch unter https://www.religionsfreiheit-igfm.info heruntergeladen werden, ebenso wie auch der Ökumenische Bericht zur Religionsfreiheit. – Die Situation der bedrängten Christen in China kam auch beim Vortrag des Bildungswerkes Heilig Kreuz Ende November 2017 zur Sprache; besonders sind dort nicht registrierte Hauskirchen von staatlicher Pression betroffen. Viele ihrer Mitglieder fliehen vor Verhaftung und Folter – auch nach Deutschland. – Heinz Josef Ernst

Share

Gewalt gegen Christen in Flüchtlingsheimen: Hingehen statt urteilen

Print Friendly, PDF & Email

Share

Christen an Weihnachten in Angst und Unfreiheit

Print Friendly, PDF & Email

Share

Indonesien: Religionsfreiheit nur auf dem Papier

Print Friendly, PDF & Email

Share

Gebetsaufruf für verfolgte Christen

Print Friendly, PDF & Email

„Dass der Westen nichts gegen die Christenverfolgung im Nahen Osten durch den ‚Islamischen Staat‘ unternimmt, ist ’skandalös‘ – Dies sagte der katholische Patriarch Louis Raphael I. Sako gegenüber Radio Vatikan. Der irakische Kirchenleiter aus Bagdad hatte bereits im März die Vereinten Nationen (UN) um Hilfe für die verfolgten Christen in seiner Heimat gebeten.

Nach Aussage von ‚Kirche in Not‘ haben angeblich die deutschen Bischöfe einen Aufruf an die Pfarreien gerichtet, in den kommenden Wochen besonders für die verfolgten Christen zu beten. Dies nimmt KIRCHE IN NOT zum Anlass, auf die „Prayerbox für verfolgte Christen“ hinzuweisen.

Die Box in der Größe einer Streichholzschachtel beinhaltet ein Kreuz, einen Fingerrosenkranz, ein Fläschchen mit Weihwasser, eine Kreuzwegandacht und christliche Grundgebete. Die Ausstattung lädt ein, für verfolgte Glaubensgeschwister weltweit zu beten. Anmerkung: Eigentlich ist es selbstverständlich, für die verfolgten Logo Ich bin ChristSchwestern und Brüder zu beten. In der Schrift heißt es: „Wenn ein Glied leidet, leiden alle anderen mit“. Wenn nicht, dann ist vielen bei uns im Westen das Bewußtsein, zum einen Leib Christi zu gehören, verloren gegangen. >>>Kirche in Not

Share

Ägypten: „Märtyrer bezeugen den Sieg Christi“

Print Friendly, PDF & Email

Bischof Antonios Aziz Mina zum Mord an äthiopischen Christen

ROM, 20. April 2015 (Fides) – Anlässlich ihrer zweimal jährlich stattfindenden Vollversammlung werden sich die katholischen Patriarchen und Bischöfe Ägyptens auch mit den von Kämpfern des Islamischen Staates (IS) verübten und durch makabre Videoaufnahmen dokumentierten jüngsten Morde an äthiopischen Christen befassen.

In dem Video werden die Opfer als Mitglieder der „feindlichen äthiopischen Kirche“ bezeichnet. Die Identität der Opfer konnte bisher noch nicht bestätigt werden. Wahrscheinlich handelt es sich um äthiopische Migranten, die über Libyen nach Europa auswandern wollten.

„Der äthiopisch-orthodoxe Patriarch Mathias I.“, so der koptische Bischof von Guizeh, Antonios Aziz Mina, „hatte einen Besuch in Ägypten geplant, von wo aus er zusammen mit dem koptischen Patriarchen Tawadros II. nach Jerewan weiterreisen wollte, um dort an den Gedenkfeiern des armenischen Genozids teilzunehmen. Nun musste er dieses Vorhaben im letzten Moment absagen. Er entschuldigte sich dafür, betonte aber, dass er in Äthiopien bleiben müsse. Die Geschichten der Märtyrer von gestern überkreuzen sich mit den Geschichten der Märtyrer von heute.“

Im April vergangenen Jahres war Patriarch Mathias im Rahmen eines historischen Besuchs in Ägypten auch vom ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al Sisi mit allen Ehren empfangen worden.

„Es ist beeindruckend“, so Bischof Aziz Mina „dass die äthiopische Kirche als ‚feindlich‘ bezeichnet wird… Dies zeigt, dass die Dschihadisten sich nicht mit den politischen Auswirkungen von Begegnungen zwischen den Kirchen befassen. Doch trotz großer Schmerzen betrachten wir diese Ereignisse mit den Augen des Glaubens. Die Kette der Märtyrer reißt nicht ab und sie wird die Geschichte bis zu ihrem Ende begleiten. Die Christen streben nicht nach dem Martyrium, sondern wollen glücklich und in Frieden leben. Doch wenn es zum Martyrium kommt, dann ist es tröstlich zu sehen, dass man dies mit demselben Frieden akzeptieren kann, mit dem dies die koptischen Gläubigen getan haben, die den Namen Christi aussprachen und sich zu ihm bekannten, bevor sie hingerichtet wurden. Die Kirche hat nie über das Martyrium geklagt, sondern die Märtyrer stets als jene gefeiert, die gerade weil sie ermordet werden, den Sieg Christi bezeugen.“ (GV)

(Quelle: Fides, 20.04.2015)

Share

Neue Aspekte zum Genozid: Versuch des Vatikans, das Verbrechen zu stoppen

Print Friendly, PDF & Email

„Man wollte das christliche Element vernichten“
Ein Interview mit dem Historiker und Autor Michael Hesemann

Am 24. April vor 100 Jahren begann das Massaker an den Armeniern im Osmanischen Reich, auf dem Boden der heutigen Türkei, mit rund 1,5 Millionen Toten. Papst Franziskus sprach am vergangenen Sonntag ausdrücklich von einem „Völkermord“. Von der Türkei wird dieser Genozid von 1915 bis heute offiziell bestritten.
Der Historiker Michael Hesemann hat über den Völkermord an den Armeniern ein Buch geschrieben. Bei seinen Recherchen in den Vatikanischen Geheimarchiven stieß er auf Quellen, die bis dahin noch nicht veröffentlicht waren. Aus diesen Quellen geht hervor, dass der Heilige Stuhl damals alles versucht hat, das Verbrechen an den Armeniern zu stoppen.
In einem Interview mit dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ spricht Michael Hesemann über die historischen Hintergründe des Völkermords, die Rolle Deutschlands und die geschichtliche Aufarbeitung. Die Fragen stellte Berthold Pelster.

KIRCHE IN NOT: Herr Hesemann, Sie haben ein Buch über den Völkermord an den Armeniern geschrieben. Wie kamen Sie auf diesen Gedanken?
MICHAEL HESEMANN: Ich bin eher zufällig darauf gestoßen. Ich habe über Papst Pius XII.  recherchiert, weil ich mehr über seine Hintergründe und wie er noch zu seiner Zeit als Nuntius auf die verschiedenen Herausforderungen im Ersten Weltkrieg reagierte, erfahren wollte. Dabei entdeckte ich eine Akte mit der Überschrift „Die Verfolgung der Armenier“. Darin fand ich einen sehr bewegenden Brief, den der damalige Kölner Erzbischof Kardinal von Hartmann an den deutschen Reichskanzler geschrieben hat. Er erklärte darin, die Deutschen müssten endlich etwas unternehmen, damit die Türken, ihre Verbündeten im Ersten Weltkrieg, die blutige Verfolgung der Armenier beenden, die, so wörtlich „an Grausamkeit den Christenverfolgungen der ersten Jahrhunderte“ nicht nachstehen würde. Ein weiteres Hinnehmen dieser Gräuel würde sonst auf ewig Schande über den deutschen Namen bringen, denn bei dem Täter handle es sich immerhin um Deutschlands engsten Verbündeten. Im Anhang der Akte befand sich auch eine Kopie des Briefes, den Papst Benedikt XV. an Sultan Mehmet V. geschrieben hatte und  in dem dieser anmahnte, das Morden endlich zu beenden. Ich habe seitdem über 2500 Seiten bis dahin unveröffentlichter Dokumente über dieses Ur-Verbrechen gefunden, das, wie wir heute wissen, der Schoah, dem Holocaust, als Vorbild diente.

Haben Sie neue Erkenntnisse gewonnen?
Bei diesen Dokumenten handelt es sich um einen regelrechten, bislang noch nicht gehobenen Quellenschatz. Wir kannten bislang die Quellen, die das deutsche Auswärtige Amt freigegeben hat, die Dokumente der Amerikaner, Briten und Franzosen, aber niemand war auch nur auf die Idee gekommen, im Vatikan zu forschen. Dabei war eigentlich davon auszugehen, dass der Vatikan gut informiert war, schon durch die Armenisch-Katholische Kirche, die in der Türkei mit über 100 000 Gläubigen überall im Lande vertreten war. Hinzu kamen die Augenzeugenberichte deutscher Missionare, deutscher und österreichischer Kapuziner, Lazaristen, Franziskaner und Missionsbenediktinerinnen. All diese Berichte und Quellen liegen jetzt vor. Sie erweitern das Bild, das wir bisher von den Ereignissen hatten, und fügen ihm eine ganz neue Perspektive hinzu. Wir sehen in ihnen, wie der Heilige Stuhl alles versucht hat, um dieses Verbrechen zu stoppen, wie er eben damals schon zum Anwalt der Menschlichkeit wurde und gegen einen so grausamen Völkermord kämpfte.

Hat man von Anfang an daran gedacht, diese religiöse christliche Minderheit zu vernichten oder gab es auch Ideen, sie nur umzusiedeln?
Ursprünglich waren die gemäßigten Kräfte der Jungtürkischen Bewegung an der Macht, die sich für Religionsfreiheit und Menschenrechte einsetzten. Doch als es bald darauf auf dem Balkan, teilweise inspiriert von der panslawischen Idee, die von den Russen propagiert wurde, zu Aufständen der christlichen Bevölkerung gekommen war und ganze Staaten in die Unabhängigkeit entlassen werden mussten, kam es innerhalb der türkischen Regierung zu einem Putsch. Schließlich kam der radikale Flügel der Bewegung an die Macht, der von der Idee einer ethnisch und religiös homogenen „Türkei allein für die Türken“ besessen war. Und der beschloss den Völkermord, um die störenden, da unsicheren „Fremdelemente“ zu „entfernen.“

Im Sommer 1914 brach der Erste Weltkrieg aus. Welche Folgen hatte das für den Konflikt?
Eine weitere Radikalisierung. Vor allem lieferte der Krieg den Jungtürken einen Vorwand, einen Krieg im Inneren zu führen. Was auch noch dazu beigetragen hat, war, dass damals auf Anregung Berlins der Dschihad ausgerufen wurde. Da haben auch die Deutschen als Verbündete der Türken an die Instrumentalisierung des Islam gedacht, wollten sie die damals 300 Millionen Muslime in der Welt unter einer Fahne vereinen, um mit ihnen die britische und französische Dominanz im Orient zu beenden. So wurde im November 1914 mit einer Fatwa des Sheikh ül-Islam, des Obersten Islamgelehrten der Türkei, unterschrieben vom Sultan, der Dschihad ausgerufen. In dem Moment, als die Armenier Rechte forderten, hatten sie den Urvertrag jeder Islamischen Gesellschaft gebrochen, nachdem die Muslime herrschen, die Christen dagegen als „Schutzbefohlene“ (dhimmis) ihre Steuern entrichten und sich ansonsten unterzuordnen hatten. Da war jede Forderung nach Mitbestimmung automatisch eine „Kriegserklärung“ der „Ungläubigen“ gegen die Türken – oder wurde zumindest als solche verstanden.

Als Beginn des Völkermordes gilt der 24. April 1915. Was passierte an diesem Tag?
An dem Tag wurde die gesamte armenische Elite in Konstantinopel verhaftet und deportiert. Nur sechs von ihnen – es waren insgesamt 870, die deportiert wurden – überlebten, weil es ihnen gelang, türkische Wächter zu bestechen und zu fliehen. Alle anderen wurden brutal ermordet. Die Verhaftung und Deportierung, ja der gesamte Völkermord an den Armeniern fand unter dem Vorwand statt, die Armenier hätten sich heimlich mit den Russen, den Gegnern im Ersten Weltkrieg, verbündet. Darum müssten sie deportiert werden.
Sie wurden in die syrische Wüste geschickt – in jene Gebiete, die wir heute aus den Nachrichten leider nur allzu gut kennen, weil dort derzeit der „Islamische Staat“ wütet. Als nächstes wurden sämtliche armenischen Männer „einberufen“, um anschließend entweder als Zwangsarbeiter eingesetzt oder direkt massakriert zu werden. Frauen, Kinder und alte Menschen wurden auf hunderte Kilometer lange „Todesmärsche“ geschickt. Zu Fuß. Ihnen wurde alles genommen, auch die Kleider. Nur ein Bruchteil dieser Menschen erreichte Syrien, – oft nackt, krank und am Rande der Erschöpfung. Viele Hunderttausende waren schon auf dem Weg dahin verhungert, verdurstet oder zusammengebrochen. Man hat ihnen das Trinken verweigert, obwohl man an Flüssen vorbeikam. Brot gab es nur einmal in der Woche. Teilweise mussten sie Kadaver essen, die am Wegesrand lagen. Von den insgesamt rund zwei Millionen Deportierten überlebten nur einige Hunderttausend im gesamten Land, weil sie irgendwohin fliehen konnten. Nur Konstantinopel und Smyrna blieben von den Deportationen verschont.

Viele Historiker bezeichnen dieses Menschheitsverbrechen als „Völkermord“. Die Türkei lehnt bis heute den Begriff ab und spricht von kriegsbedingten Geschehnissen. Wie ist diese Haltung zu bewerten?
Der Begriff „Völkermord“ wurde von Juristen und Historikern aufgrund der Erfahrung mit den Armeniern überhaupt erst ins Leben gerufen. Wenn also ein Völkermord der „Ur-Völkermord“ ist, dann der an den Armeniern. Er diente auch Hitler als Vorbild für den Holocaust, wie ich in meinem Buch nachweise. Bis heute wird der Völkermord von den Türken strikt bestritten. Es wird behauptet, das alles seien lediglich kriegsnotwendige Evakuierungen und Umsiedelungen gewesen, bei denen vielleicht dreihunderttausend Menschen durch Krankheiten, Hunger und Versorgungsengpässe ums Leben kamen. Zwar hat der türkische Premierminister Erdogan im April 2014 den Armeniern sein Beileid ausgesprochen, aber es wird keine Verantwortung übernommen, obwohl vollkommen klar ist, dass die 1,5 Millionen Toten eben kein Kollateralschaden waren, sondern Opfer einer befohlenen Vernichtung ganzer Ethnien und fast aller nichtmuslimischen Religionsgemeinschaften. So steht es ganz eindeutig in den Vatikanischen Dokumenten. Man folgte einem Plan, wollte das „christliche Element“ in der Türkei vernichten. Dass diese Tatsache heute nach wie vor bestritten wird, kann so nicht hingenommen werden.

Share

Die türkische Regierung ist gefordert!

RSS Arbeitskreis Religionsfreiheit weltweit

  • Kuba: Pastoren-Ehepaar im Gefängnis 7. Oktober 2019
    Frankfurt am Main. Zu „Gefangenen des Monats Oktober“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea Pastor Ramón Rigal und seine Frau Ayda Expósito aus Kuba benannt. Sie rufen dazu auf, sich für die beiden seit einem halben Jahr Inhaftierten einzusetzen und zu beten. In dem karibischen Inselstaat kontrolliert noch immer […]
    Ernesto

Word of God is the True Medicine

Ein Imam

Beistand für die Verfolgten

RSS Vatican-News

  • Papst an katholische NGOs: Zu viel Geld lähmt Kreativität 7. Dezember 2019
    Zu viele Mittel zur Verfügung zu haben, ist auch im Einsatz für Benachteiligte oft kontraproduktiv. Davor hat Papst Franziskus diesen Samstag katholisch inspirierte Nichtregierungs-Organisationen gewarnt.
  • Einladung zur Krippenausstellung im Vatikan 7. Dezember 2019
    Am Petersplatz ist jeden Advent eine große Krippe zu sehen, doch in diesem Jahr organisiert der Vatikan bereits zum zweiten Mal zusätzlich eine Krippenausstellung. Sie wird an diesem Sonntag feierlich eröffnet. Ungarns Botschaft beim Heiligen Stuhl hat die Ausstellung „100 Krippen im Vatikan" mitorganisiert. Radio Vatikan sprach mit Botschafter Eduard Habsburg.