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Ägypten: Anhaltende Diskriminierung der koptischen Minderheit?

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Kairo/IGFM Frankfurt am Main. Frauen und Angehörige der koptischen Minderheit werden bei der Wahl der Mitglieder des verfassungsgebendes Rates voraussichtlich erneut diskriminiert. Wie Marschall Tantawi vergangene Woche bekannt gab, werden am 3. März 2012 die Mitglieder des Rates, der die neue ägyptische Verfassung ausarbeiten soll, von den Mitgliedern des Parlaments in einer gemeinsamen Sitzung von Schura-Rat (Oberhaus) und Volksversammlung (Unterhaus) gewählt. Die koptische Bewegung „Maspero Jugend“ organisiert an diesem Tag eine Protestkundgebung vor dem ägyptischen Parlament, um eine angemessene Vertretung der Kopten im verfassungsgebenden Rat zu fordern.

Nach Angabe der IGFM sorgt die Wahl der 100 Mitglieder des verfassungsgebenden Rates in Ägypten bereits seit mehreren Wochen für Kontroversen, vor allem zwischen Islamisten, Angehörigen der koptischen Minderheit und Frauenrechtlerinnen. Versuche, den Einfluss des von Islamisten dominierten Parlamentes zu begrenzen, sind fehlgeschlagen. Selbst ein gemeinsamer Gesetzesvorschlag einiger liberaler muslimischer Abgeordneter und einer koptischen Abgeordneten, der für Frauen und Nichtmuslime zusammen mindestens 10 Prozent  der Sitze im Verfassungsgebenden Rat vorsah, scheiterte am Widerstand der Hardliner. Marschall Tantawi, der Chef des mächtigen Obersten Militärrates, setzte dem Ringen schließlich am 26. Februar ein Ende und gestand dem von Muslimbruderschaft und Salfis beherrschten Parlament das alleinige Recht zu, am 3. März die Mitglieder des verfassungsgebenden Rates zu bestimmen.

IGFM: Keine weitere Diskriminierung von Frauen und Kopten! Die IGFM sieht darin eine erneute Diskriminierung der koptischen Minderheit und der Frauen Ägyptens. “Es darf nicht sein, dass der Verfassungsgebende Rat von Ägyptens islamistisch und männlich dominiertem Parlament bestimmt wird. Damit ist eine weitere Marginalisierung der koptischen Minderheit und der ägyptischen Frauen vorprogrammiert“, befürchtet IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin. „Ägypten ist seit jeher ein multireligiöser Staat, dementsprechend sollten auch verschiedene religiöse Gruppierungen an der Ausarbeitung der Verfassung beteiligt sein. Der Verfassungsgebende Rat sollte unbedingt alle Teile des ägyptischen Volkes repräsentieren, für Frauen muss es daher eine Quotenregelung geben“, so Lessenthin weiter. Frauen und Angehörige von Minderheiten müssen auch der Zugang zu Schlüsselpositionen des Landes möglich sein.

Medhat Klada, Präsident des in Zürich ansässigen koptischen Dachverbandes „European Union of Coptic Organisations for Human Rights“ fordert, dass das ägyptische Antidiskriminierungsgesetz eingehalten wird. Klada, forderte weiter ein Gesetz zum Kirchenneubau in Ägypten, da viele koptische Gemeinden immer noch nicht das Recht hätten, eine eigene Kirche zu bauen, wohingegen Moscheen jederzeit und überall errichtet werden dürften. Auch für die Sicherheit der Kopten müsse garantiert werden, so Klada gegenüber der IGFM.  

>>>Weitere Informationen zur Menschenrechtslage in Ägypten

>>>zur Facebook-Seite der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte 

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Pakistanische Gefängnisse: Miserable Haftbedingungen

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Kirche in Not. In einem pakistanischen Gefängnis zu sitzen, ist wirklich eine Strafe. Folter ist an der Tagesordnung. Die Haftbedingungen sind miserabel. Für hundert Häftlinge gibt es eine einzige Waschgelegenheit, und die Zellen sind winzig und überfüllt. Manche Häftlinge sterben an Hitzschlag oder weil ihr Herz aussetzt. Allein im Jahr 2010 sind in Pakistan 72 Menschen in Haft gestorben. Für Christen ist es noch viel schlimmer. Werden sie schon im „normalen Leben“ benachteiligt und unterdrückt, so ist ihre Lage im Gefängnis noch prekärer.

In der Haftanstalt von Faisalabad kommt an Weihnachten jedoch auch zu ihnen das Christkind. Dominikanerpater Iftikhar Moon und seine Mitbrüder besuchen die Gefangenen. Ein Raum wird weihnachtlich geschmückt. Bunte Glitzergirlanden und Sterne aus Glanzpapier verleihen den grauen Wänden einen Hauch von Weihnachtsstimmung. Dort feiern sie die Heilige Messe. Im vergangenen Jahr kam auch Bischof Joseph Coutts mit und feierte Weihnachten mit den Christen im Gefängnis.

Die Gefangenen singen Weihnachtslieder. Einer von ihnen trägt die Lesungen vor. Hinterher dann die Bescherung: Lebensmittel, Decken, Medikamente und andere Gaben werden verteilt. Auch die Wärter bekommen kleine Geschenke: Kekse oder Limonade. Einige von ihnen feiern Weihnachten mit, obwohl sie Muslime sind. Pater Iftikhar sagt: „Manche Polizisten sind gute Menschen, die uns helfen. Aber einige sind auch gierig und verlangen Geld.“ Da die meisten Christen sehr arm sind, können es sich ihre Familien nicht leisten, die Wärter zu bestechen. So bekommen christliche Häftlinge im Gegensatz zu ihren muslimischen Mithäftlingen fast nie Besuch. Viele wären auch schon längst entlassen worden, wenn sie sich die ihnen auferlegte Geldbuße hätten leisten können. Manchmal können die Dominikaner ihnen helfen.

In den Gefängnissen von Faisalabad, der drittgrößten Stadt Pakistans, sitzen 5000 Menschen. Davon sind 85 bis 100 Christen. Die meisten von ihnen sind aufgrund von Drogendelikten oder illegalem Alkoholhandel inhaftiert. In Pakistan dürfen nämlich nur Nicht-Muslime Alkohol erwerben, und auch sie benötigen eine Genehmigung. Manche Nicht-Muslime, also auch Christen, kaufen daher Alkohol und verkaufen ihn auf dem Schwarzmarkt teuer an Muslime. Meistens macht die Polizei mit und ist eine feste Größe in diesem Geschäft. Aber jederzeit kann sie die Schwarzhändler verhaften.

Pater Iftikhar, dessen Arbeit das internationale katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ unterstützt, besucht aber nicht nur regelmäßig die christlichen Gefangenen, und er geht auch nicht nur zu denen, die wegen leichterer Delikte inhaftiert sind. Er kümmert sich ebenso um diejenigen, denen die Todesstrafe droht. Fünf oder sieben zum Tode Verurteilte teilen sich eine winzige Zelle, berichtet er. Wenn er sie besucht, verschließt der Wärter hinter ihm die Tür. Dann hört sich der Ordensmann ihre Probleme an. „Manche bereuen ihre Taten. Ich bin Männern begegnet, die ihre Ehefrauen getötet hatten. Sie haben geweint und für ihre Taten vor Gott Buße getan. Einmal saß auch ein alter Mann in der Todeszelle. Er war Auftragsmörder gewesen. Wie viele Menschen er getötet hatte, wusste er gar nicht mehr. Auch er weinte. Er bereute seine Taten zutiefst“, erzählt Pater Iftikhar.

Aber es gibt auch jene, die nicht die Wahrheit sagen und sich nicht zu ihren Verbrechen bekennen wollen. „Da waren zum Beispiel drei Freunde, die zusammen auf einer Baustelle arbeiteten. Sie entführten ein Kind und verlangten am Telefon Lösegeld von der Familie. Sie bekamen das Geld, brachten den Jungen aber trotzdem um. Wenn sie zusammen sind, sagen sie, dass sie es waren, aber jeder einzelne beschuldigt jeweils die beiden anderen. Überhaupt lügen hier viele. Fast alle behaupten, unschuldig zu sein, und erhoffen sich davon Vorteile“.  Und noch etwas bereitet dem Dominikanerpater Sorgen: „Es gibt in den Gefängnissen regelrechte kriminelle Banden. Sie bekämpfen sich gegenseitig, und oft haben sie Handys und gehen vom Gefängnis aus ihrem ‚Job‘ nach. Sie lassen draußen Menschen ermorden und Geld in die Haftanstalt schaffen“.

In der islamischen Kultur ist das Verständnis von Vergebung völlig anders als im Christentum. Es geht um Vergeltung, nach gleichem Maß. Üblich ist auch die Praxis des sogenannten „Blutgeldes“. Wenn die Familie des Opfers damit einverstanden ist, zahlt der Mörder Geld und entkommt der Todesstrafe. Manchmal wird auch ein junges Mädchen aus der Familie des Täters mit einem alten Mann aus der Opferfamilie verheiratet. „Manche Täter lassen sich allerdings lieber hängen, als so ein Opfer anzunehmen“, weiß Pater Iftikhar. Die Dominikaner helfen aber nicht nur den Häftlingen, sondern auch ihren Angehörigen. Vor allem, wenn der Gefangene der einzige Ernährer seiner Familie gewesen ist. Die Verhaftung bedeutet für seine Frau und seine Kinder, dass sie in großer Not zurückbleiben. Hier versuchen die Dominikanerpatres, die bitterste Not zu lindern. Zudem setzen sie sich auch dafür ein, dass sich die Familie des Opfers mit dem Täter versöhnt und ihm vergibt.

Inzwischen ist die Situation für den Gefängnisseelsorger schwieriger geworden. Bei einem Ausbruchsversuch kam es zu einem Kampf zwischen Gefangenen und Polizisten, und seitdem wird alles sehr streng gehandhabt. Nun darf Pater Iftikhar nur noch an den Feiertagen das Gefängnis betreten. Er hat sich bereits beim Gefängnisdirektor beschwert. „Das ist meine Arbeit“, hat er ihm gesagt. Zumindest an Weihnachten werden Pater Iftikhar und seine Mitbrüder aber wieder ins Gefängnis gehen können. Sie werden den Häftlingen Trost spenden und sie zwei Stunden lang ihr hartes Los vergessen lassen. Zwei Stunden lang werden die Gefangenen sich wie richtige Menschen fühlen. Und in der Heiligen Messe wird es auch für sie heißen: „Siehe, ich verkünde euch große Freude. Denn heute ist euch der Retter geboren“.

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Die türkische Regierung ist gefordert!

RSS Arbeitskreis Religionsfreiheit weltweit

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    Frankfurt am Main. Zu „Gefangenen des Monats Oktober“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea Pastor Ramón Rigal und seine Frau Ayda Expósito aus Kuba benannt. Sie rufen dazu auf, sich für die beiden seit einem halben Jahr Inhaftierten einzusetzen und zu beten. In dem karibischen Inselstaat kontrolliert noch immer […]
    Ernesto

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